Die Stadt Mannheim plant im Bereich Pfeifferswörth den Medizincampus, kurz MMT-Campus, mit Neubauten zu erweitern. Die Flächen am Neckar liegen jedoch mitten in der wichtigen Frischluftschneise für die Mannheimer Innenstadt. Zudem würde mehr Autoverkehr die Radschnellwegplanungen in der Straße „Im Pfeifferswörth“ erschweren. Das Umweltforum fordert deshalb, alternativ die frei werdenden Flächen des Theresienkrankenhauses für die Erweiterung des MMT-Campus zu prüfen und ein Verkehrsgutachten zu erstellen.
Der Bebauungsplan MMT-Campus liegt mitten im Grünzug Nordost, der eine wichtige Frischluftverbindung vom Käfertaler Wald bis zur Mannheimer Innenstadt bildet. Statt der bisher nur ein- bis zweigeschossigen Bebauung sollten mit dem neuen Bebauungsplan nun bis zu 22 Meter hohe Neubauten möglich werden. Das vorgelegte Klimagutachten berücksichtigt dabei nicht, dass eine der beiden Grünflächen, durch die zukünftig noch Frischluft strömen soll, erst nach freiwilliger Nutzungsaufgabe einer Spedition entstehen wird. Und wann dies sein wird, ist völlig unklar. Naheliegender wäre es deshalb, eine Nutzung des Theresienkrankenhauses für die Erweiterung des Medizincampus zu prüfen. Diese Flächen liegen fußläufig vom bisherigen Campusstandort entfernt und wären damit viel schneller erreichbar als die Flächen im Pfeifferswörth.
Zudem birgt der mögliche Verkehrszuwachs Konflikte für den geplanten Radschnellweg, der in der Straße Im Pfeifferswörth als Fahrradstraße entstehen soll. Dort laufen zukünftig die Radschnellverbindungen Mannheim-Heidelberg und Mannheim-Viernheim-Weinheim zusammen. Im neuen MMT-Campus werden statt der bisher 60 bis 80 dort Beschäftigten zukünftig 650 bis 800 Arbeitsplätze entstehen. Das Stadtplanungsamt prognostiziert, dass gleichzeitig das Verkehrsaufkommen von aktuell 3.400 Kraftfahrzeugen auf 2.000 Fahrzeuge pro Tag sinkt, was für die Mitglieder des Umweltforums nicht nachvollziehbar ist. Sie fordern deshalb die Erstellung eines unabhängigen Verkehrsgutachtens, damit die Straße Im Pfeifferswörth nicht zum gefährlichen Nadelöhr für den Radverkehr wird.
Zudem sind die Fördermittel des Landes für Radschnellverbindungen an hohe Standards für Ausgestaltung und Verkehrssicherheit geknüpft. In den entsprechenden Qualitätsstands für Radschnellverbindungen sind 2.500 Kraftfahrzeuge pro Tag auf Fahrradstraßen als Obergrenze genannt.
Das Umweltforum hat zum Entwurf des Bebauungsplans für den MMT-Campus eine Stellungnahme verfasst, die hier abgerufen werden kann.
