Das Umweltforum und seine Mitgliedsverbände haben sich bereits mehrfach gegen die Pflanzung amerikanischer Baumarten mit invasivem Charakter auf Franklin ausgesprochen. Auch auf amerikanische Präriestauden sollte zur Förderung der Biodiversität verzichtet werden.
Die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP möchte auf dem ehemaligen US-Kasernengelände Franklin mit Roteichen, Rotahornen, Amberbäumen und anderen nordamerikanischen Baumarten an das amerikanische Erbe erinnern. Dabei soll die rote Laubfärbung im Herbst den Indian Summer nach Franklin bringen. Diese Idee stammt noch aus der frühen Planungsphase vor etwa 10 Jahren.
Angesichts des Klimawandels und neuen Erkenntnissen zu invasiven Arten, die sich rasch ausbreiten und einheimische Pflanzen verdrängen, warnen die Mannheimer Naturschutzverbände BUND, NABU, Naturfreunde und Naturgartenverein jedoch vor der Pflanzung außereuropäischer Arten. Roteichen, Robinien und Gleditschien, die ebenfalls auf der Pflanzliste der MWSP stehen, werden vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv oder potenziell invasiv eingestuft. Diese Bäume sollten sich nicht über ihre Samen in den nahen Käfertaler Wald ausbreiten können. Die Europaachse trennt nur rund 600 Meter Luftlinie von dem europarechtlich geschützten Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet im Stadtwald. Ziel dieses Schutzgebietes ist der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Schutz bestimmter Arten und Lebensräume.
Der NABU warnt bei den amerikanische Präriestauden zudem vor hohem Pflegeaufwand und Bewässerungsbedarf, auch vor dem Hintergrund der angespannten städtischen Haushaltslage. Er empfiehlt stattdessen heimische, trockenheitsresistente Staudenarten. Diese fördern die Biodiversität und bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten. Und zu einer Europaachse würden allein schon wegen der Namensgebung europäische Pflanzen besser passen.
Die vollständige Stellungnahme des Umweltforums dazu ist hier abbrufbar, und hier die Stellungnahme des NABU Mannheim.
