Umweltforum kritisiert Bau neuer Zellstofffabrik mit Stroh

Datum: 
17.05.2021

Die Firma Essity Operations produziert am Standort Mannheim-Sandhofen Zellstoff für sogenannte Hygienepapiere aus Holz. Nun wurde die Genehmigung für den Bau einer neuen Zellstoffanlage auf Basis von Stroh bei den Behörden beantragt. Geplant ist die Zellstoffproduktion aus jährlich 70.000 Tonnen Stroh. Das Umweltforum und seine Mitgliedsverbände kritisieren das Vorhaben.

Zellstofffabriken haben einen großen Energie- und Wasserverbrauch und es fallen durch den hohen Chemiekalieneinsatz zur Aufschließung der Frischfasern erhebliche Abwassermengen an. Die angepriesene Nachhaltigkeit der Zellstoffherstellung aus Stroh wurde bisher nicht belegt. Zudem soll das Stroh per LKW angeliefert werden und nicht über den vorhandenen Bahnanschluss. Viel ökologischer wäre es, Zellstoff für Hygienepapiere wie Toilettenpapier und Papiertücher nicht aus Frischfasern, sondern aus Recyclingmaterial herzustellen. In Deutschland fallen jedes Jahr große Mengen Altpapier an. 

Stroh hat in der Landwirtschaft eine wichtige ökologische Funktion zur Bodenverbesserung, als Mulchauflage in Sonderkulturen wie zum Beispiel Erdbeeren oder Blumen oder als Einstreu in der Tierhaltung. Zunehmende Konkurrenznutzungen von Stroh als Brennstoff oder für die Zellproduktion sind nicht nachhaltig, solange es viel bessere Alternativen gibt.

Das Umweltforum hat zum Genehmigungsantrag der Fa. Essity eine Stellungnahme abgegeben.