Umweltforum fordert Sicherung des Grünzuges Nordost als Frischluftschneise für Mannheim

Datum: 
08.02.2021

Grünzug Nordost - Auszug aus dem Leitbild für Grünzüge und Frischluftkorridore der Stadt Mannheim Das Umweltforum schließt sich mehrheitlich den jüngst veröffentlichen Forderungen des BUND Mannheim an, die U-Halle auf dem Spinelli-Gelände nach der BUGA 2023 vollständig zurückzubauen. Nach dem Beschluss des  Mannheimer Gemeinderates, mit dem Grünbetriebshof ein weiteres Gebäude mit großer thermischer Barrierewirkung in den Grünzug auf Spinelli zu verlagern, sehen wir die wichtigen Funktionen des Grünzuges Nordost mit Kaltluftentstehung und Frischluftversorgung der Mannheimer Innenstadt gefährdet. Dies gilt insbesondere, da die Frischluftströme im Grünzug Nordost von Straßenheim über die Vogelstangseen, den Bürgerpark, das Spinelligelände und die Feudenheimer Au bereits durch die Bebauung in Käfertal Süd und das Gewerbegebiet Talstraße beeinträchtigt werden. Zudem ist für die BUGA 2023 ein Panoramasteg mit sechs Meter hoher Fußgängerbrücke über die Straße Am Aubuckel und einer rund 100 Meter langen Rampe auf Spinelli geplant. Dieses Bauwerk steht dann ebenfalls mitten in der Frischluftschneise. 

Die Stadt Mannheim hat mit dem gesamtstädtischen Entwicklungskonzept „Blaue- Bänder - Grüne Ströme“ den Verlauf und die Bedeutung der Frischluftschneisen für Mannheim dokumentiert. Die aufgrund des Klimawandels  immer heißeren Sommer zeigen deutlich, wie wichtig die Entstehung von abendlicher Kaltluft für stark bebaute Gebiete wie Mannheim ist. Dies darf jetzt nicht durch einzelne Standortentscheidungen wie für den  Grünbetriebshof konterkarriert werden. Der Grünzug Nordost als „Grünes Band zum Odenwald“ muss mit seiner wichtigen ausgleichenden Klimafunktion für die Mannheimer Innenstadt unbedingt erhalten und verbessert werden. 

Deshalb sollten weitere Standortalternativen für den Grünbetriebshof geprüft werden. Denkbar wäre beispielsweise auch das freiwerdende Gelände der ehemaligen Spiegelfabrik in Luzenberg, in Verbindung mit einer ökologischen und sozialen Aufwertung für den Stadtteil. Damit sollte endlich auch der Bebauungsplan für das Gelände der Spiegelfabrik auf den Weg gebracht werden, um eine nachhaltige Nutzung des Geländes festzulegen.