Keine weitere Bebauung des Friedrichsparks ermöglichen durch Änderungen im Flächennutzungsplan

Keine weitere Bebauung des Friedrichsparks ermöglichen durch Änderungen im Flächennutzungsplan

Flächennutzungsplan im Bereich des Friedrichsparks mit neuer Sonderbaufläche Wissenschaft für den möglichen Bau von 5 Gebäuden entlang der Bismarckstraße (orange Fläche) und B-Plan-Bereich (blau umrandet) für den Bau von 3 Gebäuden Der Auszug aus der Stadtklimaanalyse Mannheim 2020 zeigt die kühleren sommerlichen Temperaturen im Bereich des Friedrichsparks

Der Mannheimer Gemeinderat hat bisher dem Bau von drei neuen Gebäuden der Universität Mannheim auf dem Gelände des Friedrichspark zugestimmt und dazu einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Nun soll in vorauseilendem Gehorsam im Flächennutzungsplan eine Fläche im Friedrichspark umgewidmet werden, die bereits den Bau von fünf Universitätsgebäuden ermöglicht. Dies lehnt das Umweltforum entschieden ab und fordert, die Änderung des Flächennutzungsplans auf die Fläche von maximal drei Universitätsgebäuden zu beschränken.

Die Änderung des Flächennutzungsplans soll im sogenannten Parallelverfahren zum Bebauungsplan durchgeführt werden, der jedoch nur für den östlichen Teil des Friedrichsparks gilt. Für den westlichen Teil des Friedrichspark gibt es noch keine Festlegungen. Bei dem Verfahren soll die Sonderbaufläche „Sport“ des ehemaligen Eisstadions zurückgenommen und eine Sonderbaufläche „Wissenschaft“ für die Erweiterung der Universität im Friedrichspark neu ausgewiesen werden. Zudem werden ausgewiesene Grün- und Parkflächen verändert, wobei unterm Strick am Ende 1000 Quadratmeter weniger Grünfläche übrig bleiben sollen.

Das Umweltforum hat sich bereits sehr kritisch zur Planung der drei Gebäude der Universität und dem Neubau des Rechenzentrums geäußert, insbesondere da Standortalternativen in vorhandenen Gebäuden nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Gerade erst hat die neue Stadtklimaanalyse Mannheim 2020 aufgezeigt, wie wichtig die letzten kühlen Flecken rund um die Mannheimer Innenstadt für die Kompensation der zukünftige Klimaerwärmung mit immer längeren sommerlichen Hitzeperioden sind. In Mannheim sind die Durchschnittstemperaturen bereits um knapp zwei Grad angestiegen.

Die ursprünglich für das Jahr 2050 in Mannheim prognostizierten durchschnittlich 20 Hitzetage pro Jahr mit Temperaturen von mehr als dreißig Grad wurden bereits in den letzten 10 Jahren erreicht. Mit steigender Tendenz.

Umso wichtiger ist der Erhalt und die Ausweitung von innerstädtischen Grünflächen, die klimaschädliches Kohlendioxid und Luftschadstoffe binden, Schatten spenden und für nächtliche Abkühlung sorgen. Die im Umweltforum zusammengeschlossenen 16 Umwelt- Naturschutz- und Verkehrsverbände appellieren deshalb an alle Entscheiderinnen und Entscheider der Stadt Mannheim, den Klimaschutz in Mannheim ernst zu nehmen und keine weiteren Bauflächen im Friedrichspark auszuweisen.

Die vollständige Stellungnahme des Umweltforums zum „Parallelverfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Friedrichspark“ vom 25.11.2021 kann hier abgerufen werden.