Sanierung des Rheindamms auch mit deutlich geringeren Eingriffen möglich

Sanierung des Rheindamms auch mit deutlich geringeren Eingriffen möglich

Übergabe der Stellungnahmen an Bürgermeisterin Diana PretzelBlick auf den baumbestandenen Rheindamm im Abschnitt 4 Süd auf Höhe der Kleingärten. Foto: Umweltforum

Umweltforum fordert Überarbeitung der Antragsunterlagen aufgrund neuer Erkenntnisse

Das Umweltforum und seine Mitgliedsverbände lehnen die aktuellen Planungen des Regierungspräsidiums zur Rheindammsanierung in Mannheim ab. Es gibt umweltschonendere Lösungen zur Dammsanierung, die zudem schneller und kostengünstiger umgesetzt werden können.

Die Umweltverbände werden am Dienstag, den 17.01.2023 um 16.15 Uhr ihre formalen Stellungnahmen persönlich an die Bürgermeisterin Prof. Diana Pretzell übergeben. Die Übergabe findet vor dem Ratssaal im Stadthaus, N1, vor Beginn der Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT), statt. Mit dabei sind auch Vertreterinnen und Vertreter anerkannter und damit klageberechtigter Naturschutzverbände wie BUND und NABU, außerdem die Lokale Agenda 21 Neckarau e.V., die Initiative Waldpark Mannheim e.V. und die Bürger-Interessen-Gemeinschaft (BIG) Lindenhof. Alle genannten Verbände sind gegen das Vorhaben in der geplanten Form und begründen dies in ihren Stellungnahmen ausführlich.

Das Umweltforum hat sich intensiv mit den 85 Dokumenten umfassenden Antragsunterlagen auseinandergesetzt. In seiner Stellungnahme bemängelt das Umweltforum insbesondere die fehlende Prüfung von Alternativen für die Dammertüchtigung mit geringeren Eingriffen in den Baumbestand. Dabei gibt es zahlreiche neue Erkenntnisse, die aufzeigen, dass eine umweltverträglichere Dammsanierung möglich ist. „Das Gutachten von Dr. Haselsteiner zeigt, dass mit einer durchgehenden, selbsttragenden Spundwand keine baumfreien Zonen links und rechts des Damms notwendig sind“, erläutert Paul Hennze, Vorstand des NABU Mannheim.

Auch ein aktueller Leitfaden des Bundesverkehrsministeriums zur Umweltverträglichkeitsprüfung an Bundeswasserstraßen schreibt weitere Alternativenprüfungen vor, wenn Schutzgebiete wie FFH- und Vogelschutzgebiete und geschützte Arten erheblich betroffen sind. Dies ist bei der geplanten Rheindammsanierung der Fall. Hier sollen mehrere Hektar Auwald in geschützten Gebieten sowie mehrere hundert Bäume auf dem Damm und in den angrenzenden Gärten gerodet werden. Dies lässt sich mit den geplanten Ausgleichsmaßnahmen im Mannheimer Norden in der Nähe des Klärwerks nicht ausreichend ersetzen. „Der Waldpark am Rheindamm hat eine wichtige Naturschutzfunktion und ist zudem Erholungsraum für die Mannheimer Bevölkerung. Dies kann man nicht mit Aufforstungen in 13 Kilometer Entfernung ausgleichen“ erklärt Wolfgang Schuy, Vorstand des BUND Mannheim.

Auch die große Bedeutung der Bäume für das Klima darf nicht außer Acht gelassen werden. Mannheim ist mittlerweile einer der heißesten Städte in Deutschland. „Neu gepflanzte Bäume benötigen einige Jahrzehnte, bis sie die gleiche Funktion für Klimaschutz, Luftreinhaltung und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten erfüllen können“, ergänzt Dr. Sabine Messmer-Luz, Biologin und Vorstand im Umweltforum. Hochwasserschutz ist ein wichtiges Gut, das aber auch mit geringeren Eingriffen in Natur und Landschaft erreicht werden kann. Die Umweltschützer fordern deshalb eine umfassende Nachbesserung der aktuellen Planungen.

Die Stellungnahme des Umweltforums zum Planfeststellungsverfahren Sanierung Rheinhochwassserdamm in Mannheim ist über diesen Link abrufbar.