Mannheimer Umweltbilanz 2004
Die Studie "Mannheimer
Umweltbilanz 2004" bewertet die Ergebnisse
der nunmehr 30 Jahre währenden Umweltdebatte.
Auf der Plus-Seite stehen
eine reinere Luft, eine bessere Gewässerqualität
sowie der Ausbau der Fernwärme. Erfreulich
sind auch die Zunahme des Radverkehrs und die
steigenden Fahrgastzahlen von Bussen und Bahnen.
Die Verwertung von Abfallstoffen wurde in den
vergangenen zehn Jahren verdoppelt.
Allerdings erzeugt jeder Mannheimer
immer noch etwa 450 kg Abfall im Jahr und die
Anstrengungen zur Abfallvermeidung blieben wirkungslos.
Der immer weiter ansteigende Autoverkehr belastet
die Atemluft und trägt zum alljährlichen
Ozon-"Sommersmogs" bei. Ein Ende des
Waldsterbens ist nicht absehbar. Die fortschreitende
Zerstörung der Landschaft beeinträchtigt
die Lebensqualität und gefährdet damit
auch den Wirtschaftsstandort Mannheim. Inzwischen
sind über 55 % der Stadtfläche bebaut.
Die großen Bauvorhaben IKEA in Sandhofen
sowie die Arena im Bösfeld verschlechtern
die Umweltbilanz nachhaltig.
Beim Klimaschutz bedauert
das Umweltforum die starke Kürzung der Fördermittel
für die Altbausanierung. Doch immerhin wird
die Wärmedämmung von Ein- und Zweifamilienhäuser
noch gefördert. Zudem kann das Umweltforum
dank des städtischen Zuschusses seine Energieberatung
für die Bürger fortsetzen. Allerdings
kann das vom Gemeinderat gesetzte Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß
bis zum Jahre 2010 um ein Viertel zu senken, mit
den derzeitigen Maßnahmen nicht erreicht
werden.
Die Studie formuliert Vorschläge
für einen nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz
in Mannheim. Damit greifen die Umweltschützer
eine Idee der "Charta von Aalborg" auf,
in der die Eckpfeiler einer nachhaltigen Stadtentwicklung
formuliert wurden. Dieser fortschrittlichen Erklärung
europäischer Städte trat die Stadt Mannheim
aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Gemeinderates
im Jahre 1997 bei. Das Umweltforum bedauert dessen
lückenhafte Umsetzung: Ein mit großem
Engagement von Stadt und Vertretern der Bürgerschaft
erarbeitetes Konzept für einen Mannheimer
Nachhaltigkeitsbericht ist in der Verwaltungs-Schublade
verschwunden.
Zur Stärkung des Umweltschutz-Gedankens
im politischen Raum verschickte das Umweltforum
vor der Kommunalwahl 2004 "Wahlprüfsteine"
an die Parteien. Darin wurden konkrete Positionen
der Politiker für einen zielführenden
Umwelt- und Naturschutz abgefragt. Umweltschutz
ist eine dauerhafte Aufgabe und darf nach Auffassung
des Umweltforums auch in finanziell schwierigen
Zeiten nicht vernachlässigt werden. Die Ergebnisse
der Befragung zeigen, dass die Parteien den Zielen
des Umweltschutzes weitgehend zustimmen. Bleibt
zu hoffen, dass dies auch konkret in der Politik
umgesetzt wird.
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"Mannheimer Umweltbilanz 2004"
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