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Mannheimer Umweltbilanz für 2007
Umweltforum:
Zu wenig Klimaschutz, zu viele Autos, zu hohe Luftverschmutzung
Mannheim, den 10.01.2007:
Fünf Mal knallrot, sieben Mal gelb und nur einmal
grün leuchtet die „Mannheimer Umweltbilanz
2007“. Die Umweltampel signalisiert den Handlungsbedarf
für den Umwelt- und Naturschutz in der Quadratestadt.
Beim Klimaschutz, der Luftverschmutzung und beim Verkehr
sieht das Umweltforum rot. Als entscheidende Ansatzpunkte
für eine nachhaltige Entwicklung fordern die Umweltschützer
ein wirksames Klimaschutzkonzept, saubere Energie statt
der Kohleverbrennung beim Großkraftwerk sowie
eine Verkehrswende zu mehr Bussen, Bahnen und Radverkehr.
Beim Klimaschutz steht die Stadt
kurz vor dem ökologischen Offenbarungseid: Das
im städtischen Klimaschutzkonzept formulierte Ziel
einer Minderung der schädlichen Kohlendioxidemissionen
bis zum Jahre 2010 um 25 % wird grandios verfehlt. Bislang
konnte die CO2-Belastung in Mannheim um gerade einmal
2,5 % verringert werden und liegt bei etwa 14 Tonnen
pro Einwohner. Zur Eindämmung des Klimawandels
muss nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums
die CO2-Verschmutzung bis zum Jahre 2020 sogar um 40
% verringert werden. „Der Bau eines neuen Kohleblocks
beim Großkraftwerk Mannheim wäre das Ende
des Klimaschutzes in Mannheim“, betonte Oliver
Decken vom Umweltforum: “Die klimafreundlichen
Alternativen zu Kohle und Atom stehen bereit –
werden aber von der MVV und der Stadt Mannheim vernachlässigt.“
Unter der schlechten Luftqualität
leiden vor allem die Bewohner der Innenstadt sowie der
Wald. Hohe Ozonwerte im Sommer und die Feinstaubbelastung
im Winter machen das Leben in der Stadt zu einem gesundheitlichen
Spießrutenlauf. Zwar ging in den vergangenen Jahrzehnten
der Ausstoß von Schwefeldioxid und Stickoxiden
zurück – die „Restbelastung“
ist für die Natur aber immer noch viel zu hoch.
Ein Hauptverursacher der „dicken Luft“ in
Mannheim ist der Autoverkehr. Das Radwegenetz hat große
Lücken und in den vergangenen Jahren wurden die
Mittel für den Radwegebau stark verringert.
Kritisch ist auch die Zunahme der
Siedlungsfläche. Inzwischen sind 55 % der Stadt
bebaut. Als positiv wertet das Umweltforum die Streichung
der großen Baugebiete „Oberfeld“ und
„Alteichwald“ in Friedrichsfeld aus dem
Flächennutzungsplan. Gewerbebrachen und bald auch
aufgegebene Militärflächen sind wichtige Potentiale
einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Allerdings plant
die Stadt immer noch Baugebiete auf der „grünen
Wiese“ und zerstört damit wichtige Erholungs-
und Klimabereiche.
Bei der Abfallvermeidung, beim Schutz
des Trinkwassers, beim ÖPNV und bei der Ausweisung
von Naturschutzgebieten sehen die Umweltschützer
noch Verbesserungsbedarf. Beispielsweise sollten jetzt
zügig das Landschaftsschutzgebiet „Aufeld“
in Neckarau ausgewiesen werden sowie die Straßenbahnstrecken
in die Gartenstadt und nach Schriesheim angegangen werden.
Nur in einem Umweltbereich konnte
das Umweltforum Entwarnung geben und die Ampel auf grün
stellen. Die Gewässergüte des Neckars hat
sich erfreulich entwickelt und inzwischen wird der bundesweite
Zielwert (Güteklasse II) erreicht.
Die „Mannheimer Umweltbilanz
2007“ gibt es hier:
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