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Home / Pressemitteilungen / Geplanter Sport- und Messepark im Bösfeld zerstört wichtigen Grünzug




 

 

 

Geplanter Sport- und Messepark im Bösfeld zerstört wichtigen Grünzug

Bekenntnis der Stadt Mannheim zur Innenentwicklung begrüßt

Mannheim, den 2.11.2005: In seiner Stellungnahme zum Entwurf des Flächennutzungsplanes 2015/20 begrüßt das Umweltforum die von der Stadt Mannheim angekündigte Hinwendung zur Innenentwicklung. Angesichts der großen Bausünden der vergangenen Jahre (SAP-Arena und IKEA in Sandhofen) komme diese Neuorientierung allerdings sehr spät. "Der nachwievor geplante ´Sport- und Messepark´ im Bösfeld sei ebensowenig mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung vereinbar, wie das geplante Gewerbegebiet auf der ehemaligen Rheinau-Kaserne", erklärte Oliver Decken vom Umweltforum.

Erfreut zeigten sich die Umweltschützer über die Streichung der großen Baugebiete "Oberfeld" und "Alteichwald" bei Friedrichsfeld. Das von der Stadt Mannheim angekündigte Baulückenkataster ist ein wichtiger Schritt zur Realisierung der Innenentwicklung. Angesichts der großen Reserveflächen für Gewerbe und Wohnen könne in Mannheim auf Baugebiete "auf der grünen Wiese" komplett verzichtet werden. Entsprechende Planungen sieht der Nachbarschaftsverband z.B. noch in Sandhofen (Groß-Gerauer-Straße) vor. Generell hält das Umweltforum die weitere Inanspruchnahme von Freiflächen für Straßen oder Gebäude für nicht mehr vertretbar. Mannheim ist bereits zu 55 % bebaut. "Die Lebensqualität einer Stadt definiert sich nicht nur aus der zur Verfügung stehenden Wohnfläche oder der Anzahl der Parkplätze, sondern gerade auch durch die Existenz von Natur und Landschaft", betonte Oliver Decken.

Der im Bösfeld geplante und aktuell im Rahmen der Stadionpläne diskutierte „Sport- und Messepark“ beschädigt nachhaltig einen Grünzug, der gerade auch für die Versorgung der Innenstadt mit Frischluft unerlässlich ist. Angesichts des zu erwartenden Klimawandels ist auch in Mannheim mit einer spürbaren Zunahme von Hitzesommern zu rechnen. Daher kommt dem Erhalt der wenigen in Mannheim noch verbliebenen Frischluftschneisen eine große Bedeutung zu. Die Fortsetzung der mit der SAP-Arena begonnenen Zerstörung der Frischluftschneise durch den „Messe- und Sportpark“ sowie die geplante Erweiterung von Hochstätt sind mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung nicht vereinbar.

Im Falle des geplanten Logistikzentrums auf der ehemaligen Rheinau-Kaserne bietet sich die Verlagerung in ein dafür geeignetes Gewerbegebiet an. Beispielsweise wurde in den vergangenen Jahren die Erschließung des Rheinauhafens gerade für das Logistikgewerbe mit großem öffentlichem Finanzaufwand optimiert. Gegen die Ansiedlung von Gewerbe auf der Rheinau-Kaserne spricht nicht nur der hohe ökologische Wert dieses Bereiches, sondern auch die kostenintensive Verkehrserschließung.

Die von den Nachbargemeinden geplante Ausweisung von Bauflächen im großen Stil (405 ha bis 2015 und weitere 213 ha nach 2015) widerspricht eindeutig dem Ziel einer nachhaltigen Regionalentwicklung. "Dieser planerische Größenwahn gefährdet die nachhaltige Entwicklung nicht nur der Kernstädte Mannheim und Heidelberg, sondern der gesamten Region", erklärte Forumssprecher Arnold Cullmann. Zudem werden wertvolle Grünflächen zerstört. Die verstärkte Zersiedelung der Landschaft verursacht neue Verkehrströme und Umweltbelastungen.

Die Stellungnahme des Umweltforums zum Flächennutzungsplan finden Sie hier.


 

 

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