Gut gedämmt ist viel gespart - Wärmeleitfähigkeit
Besitzer von Altbauten glauben
oft, sie seien durch ihre massiven bis zu einem
halben Meter dicken Mauern gut vor Kälte
geschützt. Das ist jedoch ein Trugschluss.
Viel Material bedeutet nicht zwangsläufig
viel Wärmeschutz. Dieser hängt entscheidend
von den physikalischen Eigenschaften des Materials
insbesondere seiner Wärmeleitfähigkeit
ab – gemessen in W/mK (Watt pro Meter Materialdicke
mal Temperatur). Je geringer diese Wärmeleitfähigkeit
ist, desto so besser ist die Wärmedämmung.
Ein Zentimeter Wärmedämmstoff
aus Polystyrol, Glas- oder Steinwolle dämmt
von daher genauso gut wie ein altes Mauerwerk
von einem halben Meter Dicke. Baustoffe mit geringerer
Wärmeleitfähigkeit erzeugen so bei gleicher
Dicke bessere Wärmedämmung - und dementsprechend
geringer sind auch die Heizkosten.
Bei der Auswahl der Baustoffe
gilt es, an Hand dieses Kennwertes und der geplanten
Dicke die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei
hilft die Einteilung der Wärmedämmstoffe
in Wärmeleitfähigkeitgruppen von 025
(0,025 W/mK) bis 050 (0,050 W/mK). Dieser Wert
wird auf den Produktbegleitzetteln oder direkt
auf dem Baumaterial mit dem Kürzel WLG angegeben
und ist so auch dem Laien leicht zugänglich.
Die Spannbreite reicht hier vom Polyurethan-Hartschaum
WLG 025 bis hin zu den pflanzlichen Faserdämmstoffen
WLG 050 – beide sind je nach zur Verfügung
stehender Dicke gut einzusetzen.
Außer der Wärmeleitfähigkeit
gibt es für energiesparende Baustoffe noch
einen weiteren wichtigen Wert, den u–Wert
(früher k-Wert) oder Wärmedurchlasskoeffizienten.
Mit ihm wird anhand der Wärmeleitfähigkeit
der Wärmeverlust bezogen auf die Fläche
berechnet. Er gibt an, wieviel Wärme in Watt
durch ein gesamtes Bauteil wie zum Beispiel die
Außenwand pro Quadratmeter bei einem Temperaturunterschied
von 1 Grad Celsius zwischen drinnen und draußen
verloren geht. Auch hier gilt: Je niedriger dieser
Wert, um so geringer sind die Heizkosten. Bei
einem Vergleich von den heutigen gut gedämmten
Gebäuden mit dem typischen Einfamilienhaus
aus dem Jahr 1966 weisen letztere um bis zu 60
Prozent höhere Wärmeverluste auf. Allgemein
lohnt sich eine gute Wärmedämmung. Sie
erfordert zwar vorerst höhere Baukosten,
aber diese werden im Laufe der Jahre bei den Heizkosten
auf jeden Fall wieder eingespart. Darüber
hinaus bringt sie dann sogar finanzielle Vorteile
mit sich.
Weitere Tipps gibt die "Mannheimer
ÖkoBaufibel".
Wir danken der regionalen
Klimaschutzagentur KLIBA für die freundliche
Überlassung dieses Energiespartipps (Link:
www.kliba-heidelberg.de)
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